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Universität Trier erhält 188.000 EUR Förderung für KI-Projekte

8. November 2018 / Pressemitteilung

Die politische Arbeit hat sich ausgezahlt! Ich habe seit meiner Direktwahl in den Bundestag daran mitgewirkt, dass der Haushaltsausschuss eine hohe finanzielle Förderung der Uni Trier im Forschungsbereich „Künstliche Intelligenz“ bewilligt. Das Geld in Höhe von rund 188.000 EUR wird für folgende zwei Projekte verwendet:

„Modellierung kognitiver Entscheidungsprozesse für die Agentenbasierte Sozialsimulation der Pflegenachfrage“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ingo J. Timm (Fachbereich IV, Wirtschaftsinformatik 1)

„Intelligente Suche, Bewertung und Aufbereitung von Argumenten für juristische Fragestellungen am Beispiel des Datenschutzrechtes“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ralph Bergmann (Fachbereich IV, Wirtschaftsinformatik 2)

Als Berichterstatter für Künstliche Intelligenz der Unionsfraktion und Mitglied der Enquete-Kommission freue ich mich besonders, dass in meiner Heimatstadt nun deutlich intensiver an diesem wichtigen Zukunftsthema geforscht werden kann. Unsere Uni muss sich nicht vor Konkurrenz aus aller Welt verstecken, Lehrkräfte und Studenten werden in diesen KI-Projekten den Wissensstandort Trier weiter aufwerten.

Die beiden Projektleiter, Prof. Dr. Ingo J. Timm und Prof. Dr. Ralph Bergmann freuen sich ebenfalls, dass der Bund ihre wichtige Arbeit unterstützt: „Wir freuen uns sehr, dass unsere beiden Projektvorschläge die Zustimmung des Deutschen Bundestages erfahren haben, so dass sich die Möglichkeit bietet, die seit vielen Jahren auch an der Universität Trier betriebene Forschung im Bereich der KI weiter zu stärken. Mit unseren Projekten, wollen wir Beiträge dazu leisten, wichtige Zukunftsthemen aus den Bereichen Pflege- und Rechtswissenschaften mit innovativen Methoden der KI weiter zu entwickeln. Mit Andreas Steier haben wir als Universität Trier einen kompetenten Unterstützer, um das Thema KI im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in der Region Trier weiter zu entwickeln."

Personen auf dem Foto v. l. n. r.: Prof. Dr. Ingo J. Timm, Prof. Dr. Ralph Bergmann, Andreas Steier (CDU), Prof. Dr. Michael Jäckel

Einzelheiten zu den Projekten:

Modellierung kognitiver Entscheidungsprozesse für die Agentenbasierte Sozialsimulation der Pflegenachfrage

Leitung: Prof. Dr. Ingo J. Timm, Universität Trier

Die Planung und Gestaltung der Pflege älterer Menschen unterliegt einem Bedarfssog und einem Technologiedruck. Der Bedarfssog ist von der demographischen Entwicklung, Fachkräftemangel sowie der abnehmenden Verfügbarkeit familiärer Unterstützung geprägt,

welche zu einer Zunahme stationärer Pflegenachfrage zu führen scheinen. Der Technologiedruck hat das Potential, eine längere häusliche Pflege zu ermöglichen, wenn Digitalisierung, Internet-of-Things und Robotik „intelligent“ eingebunden werden. Simulation ist ein Schlüsselkonzept für den Entwurf und die Gestaltung solcher Dienstleistungs- und Logistiksysteme. Jedoch stellt hierbei der Einfluss individueller Entscheidungen der Pflegebedürftigen eine zentrale Herausforderung dar, die mit „klassischen“ Prognose- und Simulationsansätzen nur ungenügend berücksichtigt werden kann.

In der Künstlichen Intelligenz, insbesondere im Bereich der agentenbasierten Sozialsimulation, bestehen Ansätze zur Modellierung kognitiver Entscheidungsprozesse von Individuen oder sozialer Entscheidungsfindung in Gruppen, die aber überwiegend von rationaler Entscheidungsfindung (homo oeconomicus) ausgehen. Dieser Projektvorschlag

soll einen Beitrag dazu leisten, solche Ansätze um subjektive Aspekte, wie die emotionale

Bindung zu den eigenen Angehörigen („Was wünsche ich mir?“), zu erweitern.

Das Ziel des vorgeschlagenen Projektes ist die KI-gestützten Modellierung des Entscheidungsprozesses pflegebedürftiger Personen auf der Basis einer empirischen Studie. Der Schwerpunkt soll auf der Erhebung und KI-gestützten Modellierung der Lebens- und Entscheidungssituationen pflegebedürftiger Personen, deren Umfeld sowie persönlichen Bedürfnissen, liegen. Die so gewonnenen Daten und Informationen sollen zur Erweiterung, Kalibrierung und Validierung des an der Universität Trier entwickelten, agentenbasierten Simulationsansatzes zur Prognose der Pflegenachfrage genutzt werden. In einer Simulationsstudie sollen durch systematische Exploration von Szenarien die Auswirkungen von familiärer Situation und individuellen Bedürfnissen auf die Pflegenachfrage untersucht und publiziert werden.

Kostenbedarf:

  • Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter E13 (Informatik/Wirtschaftsinformatik) für 12 Monate: 64.500€
  • Zwei wissenschaftliche Hilfskräfte mit Bachelor-Abschluss für 12 Monate: 14.000€
  • Durchführung der empirischen Studie (bspw. für Aufwandsentschädigungen): 6.000€
  • Ergänzungsmittel für Reisekosten, Literatur und Präsentationen 3.000 €

Gesamtsumme 87.500 EUR > steht mit 88.000 EUR im Haushaltsbeschluss

Intelligente Suche, Bewertung und Aufbereitung von Argumenten für juristische Fragestellungen am Beispiel des Datenschutzrechtes

Leitung: Prof. Dr. Ralph Bergmann, Universität Trier

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, die in Wirtschaft, Verwaltung, aber zunehmend auch in der Wissenschaft rasant an Bedeutung gewinnt. Die vielfältigen Methoden der KI bieten im Kontext von eScience die Chance, wissenschaftliche Erkenntnisprozesse in vielen Disziplinen grundlegend zu unterstützen und ggf. sogar zu revolutionieren. Während in vielen naturwissenschaftlichen Fächern bereits disruptive Veränderungen im Wissenschaftsprozess unübersehbar sind, stehen wir hier in den Sozial- und Geisteswissenschaften noch am Anfang.

Dieser Projektvorschlag leistet hierzu einen neuen Beitrag, durch eine Pilotstudie im Gebiet der Rechtswissenschaften und hier insbesondere im immer wichtiger werdenden Datenschutzrecht. Gegenwärtig werden bereits unter dem Stichwort „Legal Tech” Ansätze für die KI-gestützte Verarbeitung juristischer Texte diskutiert, doch die Forschung dazu steckt in Deutschland bisher noch in den Kinderschuhen.

Daher sollen im Kontext dieses Projektes Ansätze untersucht werden, mit denen Datensammlungen von rechtswissenschaftlichen Textquellen (z.B. Urteilsbegründungen) automatisiert analysiert werden können, um Argumente und argumentative Strukturen zu extrahieren und einer wissensbasierten Verarbeitung durch KI zugänglich zu machen. Damit soll die Entwicklung von intelligenten Systemen ermöglicht werden, die für juristische Fragestellungen im Bereich des Datenschutzrechtes eine zielgerichtete Aufbereitung und Gewichtung geeigneter Argumente, sowohl für als auch gegen eine bestimmte Entscheidung, erlauben. Dieser Projektvorschlag umfasst eine Pilotstudie hierzu, die auf bestehenden Vorarbeiten zu den Grundlagen der Repräsentation und des Schlussfolgerns mit aus Texten gewonnenen Argumenten aufbaut und darauf abzielt, einen demonstrierbaren Prototypen zu entwickeln.

Kostenbedarf:

  • Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter E13 (Informatik/Wirtschaftsinformatik) für 12 Monate E13: 64.500€
  • Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter E13 (Rechtswissenschaften) für 6 Monate: 32.250€
  • Ergänzungsmittel für Reisekosten, Literatur und Präsentationen: 3.000€

Gesamtsumme 99.740 EUR > steht mit 100.000 EUR im Haushaltsbeschluss

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