•  

     

     

     

     

     

    KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

    Selbstlernende Systeme politisch gestalten.

  • AUSBAU DER KI-KOMPETENZ

    Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat am 4. September 2019 einen entscheidenden Beschluss gefällt, die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in Deutschland voranzubringen. Digitalisierung verändert unser Leben. Sie ist Treiber des Wandels im Arbeits- und Berufsleben genauso wie im privaten Alltag. Ein Schlüsselthema der Digitalisierung ist die Künstliche Intelligenz. Deutschland hat optimale Voraussetzungen, Vorreiternation im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zu werden. Wir haben starke Akteure, die besten Köpfe und ein enormes Reservoir an Wissen und Kompetenz. Wir sind bei dem Thema schon lange engagiert und darauf müssen wir aufbauen. Die KI-Strategie der Bundesregierung bildet hierfür eine Grundlage, und es wurden bereits erste Umsetzungsschritte unternommen. Für eine erfolgreiche Umsetzung sprechen wir uns für die Aufnahme folgender Maßnahmen im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung aus, für die der Bund insgesamt etwa 3 Mrd. Euro bis 2025 zur Verfügung stellen will.

    1. Beste Köpfe holen – Talente halten

    Deutschland bildet die besten Talente im Bereich der Künstlichen Intelligenz aus. Diesen Talenten müssen wir eine international konkurrenzfähige Perspektive in Deutschland bieten. Die KI-Strategie der Bundesregierung fordert hierzu 100 neue KI-Professuren. Wie ambitioniert dies ist, wird deutlich, wenn man dies mit der Zahl der aktuellen „KI-Professoren“ vergleicht: Derzeit gibt es in Deutschland nach Schätzung des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) 126 Universitäts-Professuren und 29 Fachhochschul-Professuren, die sich mit KI beschäftigen. Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen mit den attraktiven Standortbedingungen und Gehältern in den USA, Kanada oder China mithalten. Große Tech-Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon bauen ihre KI-Forschungsgruppen immer weiter aus und zahlen enorme Gehälter für Forscher. Teilweise wird ihnen sogar die Freiheit zum Publizieren angeboten. In den USA liegen bereits die Einstiegsgehälter bei 300.000 bis 500.000 US-Dollar. In Deutschland liegt das Spitzengehalt von Professoren (W3-Professur) bei knapp über 100.000 Euro. Nur mit einem konkurrenzfähigen Vergütungssystem, attraktiven Arbeitsbedingungen und vergleichbare Forschungsbedingungen wie in anderen Spitzenforschungseinrichtungen in der Welt wird es gelingen, international führende Experten nach Deutschland zu holen und Talente in Deutschland zu halten.

     

    Hierzu sprechen wir uns für folgende Maßnahmen aus:

     

    • Talente halten: Einführung eines Sonderprogramms zur Förderung von inländischen KI-Talenten „KI-Exzellenz-Professur“. Das übliche deutsche Professorengehalt wird hierbei weiterhin durch die Universität gezahlt. Über die KI-Exzellenz-Professur wird es mit 200.000 Euro pro Jahr aufgestockt. Dazu sollen eine Flexibilisierung von Lehrverpflichtungen und von unternehmerischen Nebentätigkeiten sowie die starke Vernetzung mit der Wirtschaft und eine Schwerpunktsetzung beim Transfer in die Anwendung vorgesehen werden. Zudem soll geprüft werden, wie attraktive Gesamtpakete für die KI-Professoren und ihre Familien angeboten werden können. Ziel für die nächsten Jahre: 70 KI-Exzellenz-Professuren. Hierzu sollen insgesamt 140 Mio. EUR bereitgestellt werden. 
    • Über die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) in den kommenden Jahren mindestens 30 Experten aus dem Ausland nach Deutschland holen: Hierzu wurde bereits eine Humboldt-Professur für KI konzipiert. Die Finanzierung für die ersten 10 Professuren steht. Zur Absicherung des Zieles sind weitere 100 Mio. € erforderlich.

    2. Deutsche Standortvorteile mit KI verknüpfen

    Ob in Cupertino, Mountain View oder in China: große IT-Giganten verfügen über eine große Menge Daten und große KI-Forschungseinrichtungen. Beides ist notwendig, um KI-Technologien zu entwickeln. Die Stärke Deutschlands mit vielen kleinen und mittelständischen Unternehmens, Hidden Champions in den Regionen und einer ausdifferenzierten Forschungslandschaft darf hier nicht zum Standortnachteil werden. Diese Stärken müssen wir daher so miteinander verknüpfen, dass sie sich auch im KI-Zeitalter voll entfalten können. Hierzu sprechen wir uns für folgende Maßnahmen aus:

     

    • Wir brauchen eine KI-spezifische Dateninfrastruktur, die für unseren Standort passfähig ist und insbesondere KMU mit der Forschung vernetzt. Sie muss das Vertrauen aller Beteiligten finden. Interoperabilität und Vernetzung bei gleichzeitiger Sicherheit, Datenschutz und Datenkontrolle sind das Ziel. Hierzu haben wir die Initiative zum International Data Space (IDS) bereits Ende 2015 gegründet. Sie ist zentraler Baustein für eine KI-spezifische-Dateninfrastruktur. Die IDS ist bisher als Forschungsprojekt konzipiert. Sie soll nun zum Regelbetrieb übergehen und für die breite Nutzung ausgebaut werden, damit Forschung und Anwendung zusammenfinden und für die Anwendung maßgeschneiderte Lösungen entwickeln können. Hierfür sollen in den nächsten zweieinhalb Jahren Mittel in Höhe von 30 Mio. € zur Verfügung gestellt werden.
    • Die Innnovationsanstrengungen von KMU und den Transfer im Bereich der Künstlichen Intelligenz werden wir gezielt fördern. Hierzu sollen die bereits in der KI-Strategie angekündigten Anwendungshubs aufgebaut werden. Schwerpunkt sollen die Vernetzung von anwendungsorientierter Forschung und der Transfer in die Praxis sein (Transferzentren bzw. Transfer-Hubs). Ziel ist die Anwendung neuer Forschungsergebnisse im Bereich KI zu beschleunigen und für KMU nutzbar machen.

    3. Mit KI Krebs und Infektionskrankheiten schneller besiegen

    KI kann Leben retten. Im Kampf gegen Krebs und Infektionskrankheiten kann KI wegweisend sein. Bereits jetzt können dank KI medizinische Bilddaten zur Tumorerkennung von den Ärztinnen und Ärzten präziser ausgewertet und Arzneimittel schneller entwickelt werden. Mit einem zusätzlichen Programm „Digitaler Gesundheitsfortschritt“ soll die Translation in einem engen und beständigen Austausch zwischen Wissenschaft und Anwendung gestärkt werden. Mit dem Programm sollen die in der Medizininformatik-Initiative entwickelten Software-Lösungen zur besseren Behandlung von Krebs und Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Dabei sollen signifikante Fortschritte in der Bekämpfung von Krebs dadurch erzielt werden, dass ein verbessertes Zusammenwirken von KI und den behandelnden Akteuren im Gesundheitswesen die Prävention, Diagnose und Therapie präzise und personalisiert auf den einzelnen Patienten bzw. die einzelne Patientin zugeschnitten werden. Infektionskrankheiten sollen schneller und effizienter bekämpft werden, indem durch ein verbessertes Zusammenwirken von KI und den behandelnden Akteuren im Gesundheitswesen die Infektionswege und -verläufe präziser erkannt un,d vorhergesagt werden und wirkungsvollere Frühwarnsysteme und damit Gegenmaßnahmen etabliert werden. Wir sprechen uns dafür aus, hierfür in den nächsten Jahren 60 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen.

    4. Europäisches KI-Cluster

    Künstliche Intelligenz ist nicht nur eine Technologie. Künstliche Intelligenz ist eine Technologie, die die Gesellschaft verändern und hierbei immer wieder das Wertegerüst unserer Gesellschaft herausfordern wird. Damit wir dieses Wertegerüst im weltweiten Wettbewerb um die besten KI-Technologien erhalten, müssen wir in Europa gemeinsam handeln. Nur als Europa haben wir international das Gewicht, um unsere Werte gegenüber anderen großen Volkswirtschaften ohne Verlust der Wettbewerbsfähigkeit zu verteidigen. Daher sprechen wir uns dafür aus, ein Europäisches Innovationscluster KI im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft 2020 zu starten. Schwerpunkt soll KI für Industrieanwendungen vor allem im Bereich Automobil und Industrie 4.0 sein.

    Weitere Informationen:

    Alle Beschlüsse des Fraktionsvorstandes der Unionsfraktion HIER

    Albert Rupprecht (CSU) zur Einrichtung von KI-Exzellenz-Professuren HIER

  • KI IST ÜBERALL

    In sozialen Netzwerken entscheiden selbstlernende Mechanismen, welche Beiträge Ihnen angezeigt und Kontakte vorgeschlagen werden. In modernen Fahrzeugen entscheidet bereits heute künstliche Intelligenz , in welchen Situationen der Bremsassistent eingreift. In den neuesten Smartphones gibt es KI-Gesichtserkennungssysteme, die das Handy mit entsperren. Und wenn Sie online etwas kaufen oder einen Kreditvertrag abschließen wollen, entscheidet nicht selten KI, ob man dem Käufer vertrauen kann. Ob in Smartphones, Lautsprechern, Flugzeugen, medizinischen Geräten, Industrierobotern oder Software aller Art – KI ist überall und ist sichert hunderttausende Arbeitsplätze.

  • DARUM KI

    Künstliche Intelligenz (KI) ist DAS Thema der nächsten Jahrzehnte und mein Thema im Deutschen Bundestag. Wie so häufig bei neuen Technologien, gibt es durchaus pessimistische Vorstellungen von den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz – und allzu oft schlichte Panikmache. Wir gestalten mit – als Gesellschaft, Wirtschaft, Politik. Als Berichterstatter für Künstliche Intelligenz ist es mir ein Herzensanliegen, alle wesentlichen Aspekte der Künstlichen Intelligenz zu kennen und politisch auf demokratischem Wege zu beeinflussen. Entwicklung und Einsatz künstlich intelligenter Systeme sind mittlerweile Routine.

  • BLOG

    Meine Ziele und Gedanken zur KI-Politik auf einen Blick.

  • REDE IM BUNDESTAG

    Ich plädiere für einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Daten. KI-Forschung braucht deutlich mehr anonymisierte Daten, ansonsten verliert Deutschland den Anschluss!

  • DISKUSSION ÜBER KI

    Eine Diskussion mit dem Medienethiker Alexander Filipovic und zahlreichen Zuschauern live bei Facebook.

  • FRAKTIONSKONGRESS

    Experten und Politiker diskutieren über Gegenwart und Zukunft von KI in Deutschland am 7. November 2018 im Reichstag.

  • 10-PUNKTE PLAN

    Als Berichterstatter für Künstliche Intelligenz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion habe ich im Forschungsausschuss folgenden Plan entwickelt, der die KI-Strategie der Unionsfraktion abbildet sowie inhaltlich in den „Masterplan Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung einfließt.

    Deutschland auf dem Weg zur erfolgreichen KI-Nation

    Die durch die Digitalisierung exponentiell vergrößerten Möglichkeiten, Informationen zu speichern, zu übertragen, zu bearbeiten und wiederzugeben, haben fundamentale Transformationsprozesse in allen Bereichen der Gesellschaft in Gang gesetzt. Ganz neue Möglichkeiten tun sich auf. Zugleich werden uns immer mehr die damit verbundenen Herausforderungen bewusst. Digitalisierung schafft große Mengen an Daten. Und vielversprechende Möglichkeiten, damit zu arbeiten und Ergebnisse zu erzielen.

     

    Eine dieser großen Möglichkeiten ist die Künstliche Intelligenz (KI). Der Einsatz von KI wird auf immer mehr Themengebieten den Wettbewerb entscheiden. Sie ist unverzichtbar für Innovationen, beispielsweise in den Bereichen Energie, Mobilität und Gesundheit.

     

    Deutschland hat optimale Voraussetzungen, Vorreiternation im Bereich Künstliche Intelligenz zu werden. Wir haben starke Akteure, die besten Köpfe und ein enormes Reservoir an Wissen und Kompetenz. Wir sind bei dem Thema schon lange engagiert und darauf müssen wir aufbauen: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ist das weltweit größte Institut auf diesem Gebiet. An verschiedenen Standorten in Deutschland forschen zahlreiche Experten zum Thema Künstliche Intelligenz. Diese „menschliche Intelligenz“ ist die beste Voraussetzung für die KI. Wir stehen aber ebenso vor großen Herausforderungen – beispielsweise im Bereich der Datenakquise und Sicherung für Trainingsdaten, des Wissenstransfers und der Fachkräfteausbildung und -sicherung.

     

    Deutschland braucht eigene, innovative Lösungen, die schnell in Wertschöpfung transferiert werden können. Uns muss ein guter Dreiklang aus Forschung, Entwicklung und Implementierung am Markt gelingen. Politik hat die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen – beispielsweise in den Bereichen Regulatorik, Forschungsförderung, Daten und Infrastruktur.
    Auch braucht es einen rechtlichen Rahmen, der eine gute Grundlage für die Anwendung künstlicher Intelligenz im Alltag bietet, so zum Beispiel mit Blick auf zukünftige Haftungsfragen technischer Systeme.

     

    Die Aufgabe ist groß: Deutschland steht im internationalen Wettbewerb mit großen Playern. Die USA profitieren von einem extrem starken Unternehmergeist und einem großen, einheitlichen Markt zur Erprobung neuer Strategien. China richtet seine Forschungsaktivitäten aktuell strategisch extrem auf die KI aus, hat hierfür viel Kapital und eine hohe Datendichte zur Verfügung. Der Regulierungsgrad ist gering.

     

    Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir im Bereich KI konkurrenzfähig sein. Dabei dürfen wir KI nicht als Selbstzweck verstehen. Im Gegenteil: Die Entwicklungen, die mithilfe künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens gerade so rasant voranschreiten, betreffen alle Aspekte unseres Lebens. Das Zeitalter der Digitalisierung ist längst angebrochen, die Frage, wie und wie schnell wir uns bei der künstlichen Intelligenz aufstellen, wird eine besonders wichtige sein. Die Frage ist nicht, ob KI weiterentwickelt wird, sondern wer – und unter welchen Rahmenbedingungen dies geschieht. Für uns ist dabei zentral, ob wir schnell genug sind, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Wertschöpfung hier zu halten. Es ist wichtig, dass die Technik dem Menschen dient.

    1. Deutsche KI-Strategie

    Eine deutsche KI-Strategie muss sich auf unsere Stärken beziehen: hohe Qualität, analytisches Vorgehen, starker Mittelstand und Datensicherheit. Hier können wir Standards setzen. Die Kernaufgabe lautet: Unsere Stärken stärken – d.h. exzellente Grundlagenforschung, starker Mittelstand und hohe Datensicherheitsstandards – und zielgerichtete Förderung sowie Ausbau der Exzellenzen.

     

    Das im Koalitionsvertrag vereinbarte nationale Forschungskonsortium für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ist ein wichtiger Schritt, unsere vorhanden Stärken in der Forschung zu sichern und weiter auszubauen. Das Konsortium muss klare Strukturen schaffen und Organisationseinheit sein, die Zusammenarbeit in der KI-Forschung strukturieren sowie Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zuweisen. Wichtig ist dabei, dass wir die Forschung an ihren Standorten stärken und so die dezentrale Struktur unserer Forschungslandschaft den Rücken stärken.

     

    2. Europäische Zusammenarbeit

    Das im Koalitionsvertrag vereinbarte deutsch-französische Zentrum für künstliche Intelligenz ist ein wichtiger Schritt. Das Zentrum verstehen wir als Koordinationseinheit eines Forschungsnetzwerks, das es aufzubauen gilt. Exzellente Forschung selbst soll weiterhin an vielen Standorten betrieben werden, so dass ein Netzwerk von Top-Leuten der KI in Deutschland und Frankreich entsteht. Bereits existierende europäische Kooperationen auf dem Gebiet können als Beispiel dienen und sollten als Modellprojekte gefördert werden. Die Kooperation innerhalb Europas ist eine wichtige Zukunftsfrage. Daher sollte auch die Etablierung eines deutsch-französischen Netzwerks zeitnah umgesetzt werden.

    3. Datenpolitik für eine funktionierende KI

    Künstliche Intelligenz ist vielfach auf Daten in großer Menge angewiesen. Wir müssen Informationen verschlüsseln, speichern und weiterverarbeiten. Die Möglichkeiten von Big Data wachsen exponentiell. Wir müssen dabei auf unsere hohen Standards bei der Datensicherheit setzen. Dies ist ein Qualitätsaspekt, damit können wir überzeugen.

     

    Wir brauchen eigene Datenbanken und Speicherorte in Deutschland. Weiterhin müssen wir dafür sorgen, dass Wissenschaft und Wirtschaft die Daten, die wir in Deutschland haben, für unseren gemeinsamen Fortschritt nutzen können. Es ist eine gesetzgeberische Aufgabe, Anonymität und Verfügbarkeit von Daten zu gewährleisten, so dass ein ergebnisoffener Umgang mit Daten möglich ist. Den Unternehmen wiederum müssen wir so die Möglichkeit geben, ihre Daten sicher zur Verfügung stellen zu können – damit die Forschung aus ihnen neues Wissen und neuen Fortschritt generieren kann.

     

    Die Nutzbarmachung vorhandener Daten reicht im Zweifel nicht aus. Wir müssen synthetische Daten und Datenmodellierung als Lösung fördern. Hier liegt die Chance, relevante Daten in großen Mengen und signifikanten Variationen zu erzeugen. Es geht hierbei meist um das Abbilden komplexer Probleme auf verständliche Interaktionsmechaniken und vereinfachte Testmodelle. Die dazu notwendige Expertise kennen wir aus der Computerspieleentwicklung und der Testmodellierung in der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen.

     

    4. Regulierung: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

    Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, der Aufbau von Netzwerken, sollte weiter ausgebaut werden. Wichtig ist: Für neue Geschäftsmodelle keine neuen Regulierungen einführen. Die Nutzung bestehender Grundprinzipien der Marktregulierung ist möglich und sinnvoll. Unser Kompass ist die Ausrichtung der Strukturen an der Ordnungspolitik der sozialen Marktwirtschaft.

     

    Ein besonderer Blick ist in diesem Zusammenhang auf die ePrivacy-Verordnung nötig. Ebenso wie IT-Sicherheit spielt Datenschutz eine große Rolle und könnte zu einem Qualitätslabel deutscher KI-Systeme werden. Deutschland muss sich hier jedoch deutlich innovationsfreundlich positionieren, Auswirkungen für uns als Wirtschaftsstandort und zukünftige Geschäftsmodelle sind intensiv zu beleuchten. Anwendungsbereiche und Abgrenzungen der Verordnung müssen klar erkennbar sein. Es ist darauf zu achten, dass vorhandene KI-Geschäftsmodelle und neue Entwicklungen durch die ePrivacy-Verordnung nicht unangemessen benachteiligt oder gar eingeschränkt und verhindert werden.

    5. Forschungsnachwuchs

    Die Künstliche Intelligenz ist ein menschengetriebenes Gebiet. Um nicht abgehängt zu werden, brauchen wir in erster Linie Experten. Um Fachkräfte zu gewinnen haben wir zwei Möglichkeiten: Selbst ausbilden – wir haben großartige Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in unserem Land – oder die Anwerbung von Fachkräften aus anderen Ländern. Um erfolgreich zu sein, müssen wir beide Wege gehen und die Attraktivität Deutschlands als Forschungs- und Arbeitsstandort für ausgewiesene KI-Experten erhöhen.

     

    Brain-Gain muss unser Hauptziel der nächsten Jahre sein. Die Wissenschaft ist DAS Einfallstor. Wir brauchen ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz, das den Schwerpunkt Forschung und Wissenschaft berücksichtigt.

     

    Zusätzlich müssen wir viel mehr junge Menschen ausbilden, die sich für die Fragen künstlicher Intelligenz interessieren. KI ist nicht einfach Informatik oder Maschinenbau. Wir brauchen eine kritische Masse herausragender Wissenschaftler an unseren Universitäten und Hochschulen, die in speziellen KI-Studiengängen lehren. Um diesen Kern herum schaffen wir ein Umfeld für Nachwuchsforscher. Wir brauchen mehr KI-Professuren und Studiengänge an unseren Universitäten.

     

    Auch unser duales Ausbildungssystem muss fit für die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt sein. Schritte wie Datenaufbereitung für selbst lernende Systeme, Ergebnisweiterverarbeitung und Plausibilitätsprüfung können in klassischen Ausbildungsberufen stattfinden. Unser Ausbildungssystem muss das berücksichtigen. Wir brauchen Akteure in Forschung und Lehre, die lernende Systeme entwickeln und optimieren können. Genauso brauchen wir aber auch Menschen, die mit auf künstlicher Intelligenz basierten Systemen im Arbeitsalltag umgehen.

    6. Transfer und Implementierung in den Markt

    Ein wichtiger Treiber für neues Wissen entsteht durch die Übertragung von Forschung in Gesellschaft und Wirtschaft. Hier gibt es Potential, wo wir noch schneller und besser werden müssen, als bisher. Die Forschungsförderung des Bundes muss noch stärker auf den Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft ausgerichtet werden. Hier müssen neue Wege gegangen und neue Transferkonzepte erprobt werden.

     

    Wir brauchen ein KI-Förderprogramm für Startups und KMU. Dies soll zielgerichtet funktionieren, nicht nach dem „Gießkannenprinzip“. Teilbereiche der KI sollen durch spezielle Fördersysteme schnell anwendbar gemacht werden. Für die Förderung ist ein Kriterienkatalog zu entwickeln, der beispielsweise folgende Anforderungen enthält: fähige Algorithmen, Schaffung freier Ressourcen, gesellschaftliche Vorteile/Erkenntnisse.

    7. Transfernetzwerk schaffen

    Im ganzen Land gibt es „Hidden Champions“ – Startups und KMU – deren Potentiale riesig sind. Wir müssen sie dringend heben. Wir müssen das Wissen über KI dahin bringen, wo das Wissen über die Märkte liegt. Nicht zu vergessen ist dabei, dass in unseren Unternehmen tausende kluge Köpfe arbeiten. So ist der „German Engineer“ bis heute ein deutscher Exportschlager und es wäre ratsam, mit dem „Digital Engineer“ den gleichen Weg zu gehen. So können wir durch Qualität überzeugen.

     

    Unsere Stärken – die exzellente Grundlagenforschung und unseren hervorragenden Mittelstand – müssen wir nutzen, um ein Transfernetzwerk zu schaffen. Forschungseinrichtungen müssen bei Gründungen unkompliziert unterstützen können, aber auch mit bestehenden KMU zusammenarbeiten, die neue Technologien zur Anwendung bringen. Wir brauchen ein bundesweites Netzwerk, das einen niedrigschwelligen Einstieg schafft und schnell aktiv wird. Das wesentliche Ziel: Deutschlands wirtschaftliches Rückgrat in eine gesellschaftliche KI-Strategie einbinden. So wird exzellente Forschung zu wettbewerbsfähiger Anwendung.

    8. Kapital für gute KI-Ideen

    Startups im Bereich Künstliche Intelligenz heben sich von jungen Unternehmungen anderer Wirtschaftsbereiche ab. KI hat eine hohe Forschungskomponente. Vielfach geht es um komplexe Modelle, die besondere Fähigkeiten erfordern. Für Investoren ist der Zugang zu den Ideengebern daher oft schwer. Auf der anderen Seite gibt es exzellente Forscher mit zukunftsweisenden Ideen, die diese nicht an den Markt bringen können.

     

    Wir müssen Strukturen schaffen, die Kapitalgeber mit Ideengebern zusammen bringen. Mehr Venture Capital für gute KI-Ideen ist das Ziel.

    9. Ein Forschungsthema konkret fördern und vorantreiben

    In den USA kommen viele Innovationen eigentlich aus der Militärforschung. Beispielsweise wurde das Global Positioning System (GPS) in den 1970er-Jahren im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelt. Die Militärforschung wird in den Vereinigten Staaten zielgerichtet gefördert. Viele für die Gesellschaft wichtige Dinge wurden hier quasi als „Nebenprodukte“ entwickelt.

     

    Deutschland macht kaum etwas Vergleichbares. Wichtig wäre: die zielgerichtete Förderung eines Forschungsbereichs – beispielsweise der Mobilitätsforschung, der Gesundheitsforschung oder der Energieforschung. Andere relevante Bereiche sowie Wirtschaft und Gesellschaft selbst würden langfristig davon profitieren.

    10. Kommunikation in die Gesellschaft

    Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz schreitet auf der ganzen Welt voran. Für unsere Wettbewerbsfähigkeit ist auch das berechtigte Vertrauen der Gesellschaft in die Technik von entscheidender Bedeutung. Diesbezüglich wollen und müssen wir ethische Fragen offen diskutieren und Sorgen begegnen. Das können wir erreichen, indem wir klar deutlich machen, wofür Künstliche Intelligenz steht und welche Vorteile und welchen Nutzen das Individuum und wir als Gesellschaft daraus ziehen können.

     

    Mögliche Ängste der Menschen dürfen nicht ignoriert werden, sondern wir müssen sie sehr ernst nehmen. Nur mit einer breiten Debatte, die wir anstoßen und fördern werden, können wir die Akzeptanz für künstliche Intelligenz in der Gesellschaft erhöhen.

     

    Wir müssen das Bewusstsein schärfen, dass wir als Gesellschaft die Dinge in der Hand haben. Selbstfahrende Autos, intelligente Computersysteme, Assistenzroboter und ähnliche technische Errungenschaften sind zunächst wertfrei. Sie müssen zuverlässig und sicher funktionieren, dann kommt es darauf an, was wir daraus machen. Dabei können wir auf das bewährte System der christlichen Soziallehre zurückgreifen, die immer den Menschen ins Zentrum der Betrachtungen stellt. Und aus der Eigenverantwortung und der Verantwortung für den Nächsten entwickelt sich das Prinzip der Subsidiarität. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Die Technik muss dem Menschen dienen. Das ist das Leitbild, dem wir bei der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz folgen müssen.

     

  • KI-ATLAS

    Deutschland ist ein exzellenter Standort für die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Wissenschaftlicher aus aller Welt arbeiten an zahlreichen Forschungszentren im Bundesgebiet, die internationale Vernetzung mit Frankreich, den Benelux-Staaten oder USA ermöglicht grenzüberschreitende Projekte. Startups und zahlreiche mittelständische und große Unternehmen entwickeln und vermarkten erfolgreich KI-getriebene Produkte und Dienstleistungen weltweit. Mein KI-Atlas soll die Vielzahl und Vielfalt deutscher KI-Standorte aufzeigen und Akteure sowie Interessierte miteinander ins Gespräch bringen. Und ich freue mich, wenn Sie aktiv Standorte vorschlagen: andreas.steier@bundestag.de

  • Andreas-Steier-Naechste-Seite-06
    All Posts
    ×